Hobel Arten

In diesem Blogbeitrag möchte ich Euch eine Übersicht über die verschiedenen Handhobel geben. Wir unterscheiden dabei die Hobel in 3 Gruppen.

  • Flächenhobel mit einer geraden Hobelsohle
  • Formhobel mit einer an den Zweck angepassten Hobelsohle
  • Sonderhobel für eine spezielle Verwendung

Inhaltsverzeichnis

Flächenhobel

Der 33 mm schmale Hobel (DIN 5146) eignet sich für besonders grobes Abrichten quer zur Faserrichtung, dem sogenannten “Zwerchen”.

Durch ein ovales Hobeleisen (mit oder ohne Klappe )und einen Schnittwinkel von 45°erfolgt eine sehr hohe Spanabnahme unter großem Krafteinsatz

Das Hobelbild zeigt ovale Vertiefungen im Holz und muss deshalb noch mit anderen Hobeln weiterbearbeitet werden.

Mit einem 45, 48 oder 51 mm breites Einfacheisen (ohne Klappe) und einem Schnittwinkel von 45° eignet sich der Schlichthobel hervorragend um rohe Bretter abzurichten oder zu ebnen

Die bearbeiteten Flächen sind jedoch sehr grob und müssen in jedem Fall noch mit anderen Hobeln weiterbearbeitet werden.

Mit einem 48 mm breiten Doppeleisen (DIN 5145), einem Schnittwinkel von 45° und einem Spandurchgang von 1 mm eignet sich der Doppelhobel zum Feinen Glätten und Ebnen vorgehobelter Flächen.

Der 600 mm lange Hobel besitzt ein 57 oder 60 mm breites Hobeleisen (DIN 5145, als Einfach- oder Doppeleisen) und einem Schnittwinkel von 45°.

Ein großer Haltegriff hinter dem Spanloch ermöglicht das Führen des Hobels beim Ebnen und Glätten großer Flächen, sowie beim Anhobeln von Winkelkanten.

Dieser kleine Hobel besitzt ein 48 mm breites Doppeleisen (DIN 5145), einem Schnittwinkel von 49°, sowie einen Spandurchgang von 0,5 – 1 mm. 

Folglich eignet sich der Putzhobel zum Feinglätten von Flächen, zum Verputzen, Hirnholz Bestoßen und Bündighobeln.

Dieser handliche Hobel besitzt ein 48 mm breites Doppeleisen (DIN 5145), einen Schnitwinkel von 50°.

Der Reformputzhobel lässt sich durch eine Feineinstellung noch feiner und bequemer einstellen als der Putzhobel.

Er eignet sich zum Feinglätten von Flächen, zum Verputzen, Hirnholz Bestoßen und Bündighobeln.

Er besitzt ein 48 mm breites Einfacheisen, das auf der Spiegelseite feine Rillen hat.

Der Zahnhobel eignet sich zum Aufrauhen der Hölzer vor Verleimungen und Nacharbeiten in gehobelten oder furnierten Flächen.

Durch den Schnittwinkel zwischen 75° und 80° wird mit diesem Hobel mehr geschabt als gehobelt.

Formhobel

Die Schiffshobel aus Holz gibt es mit einer konkaven oder konvexen Hobelsohle. Sie wurde für grobe und feine Bearbeitungen runder Flächen verwendet. Beispielsweise bei der handwerklichen Herstellung von Fässern und Schiffen.

Stufenlos verstellbare Schiffshobel aus Metall können an mit dem Handknauf an die Form des Werkstücks angepasst werden.

Es ist eine Bearbeitung von konkaven, konvexen und geraden Flächen möglich. Das Doppeleisen mit Schnittwinkel 55° ist lateral über einen kleinen Kipphebel einstellbar.

Die Spanabnahme ist über eine Rändelschraube zu justieren.

Mit dem in den Schabhobel eingespannten Hobeleisen können Rundungen und Schweifungen exzellent nachbearbeitet und letzte Unebenheiten geglättet werden.

Der Schabhobel kann dabei gezogen oder geschoben werden.

Das Schaben selbst entspricht einem Hobel mit Schnittwinkel > als 90°, wir sprechen hier auch von einem “negativen Spanwinkel”.

Mit Ziehklingen aus Werkzeugstahl können Flächen oder Profile nachgeputzt oder Hobelschläge bzw. Leimreste abgeschabt werden.

Rechtwinklige oder geschweifte Ziehklingen eignen sich für Flächen die schwer mit einem Hobel zu bearbeiten sind.

An Ziehklingen wird nach dem Abrichten ein Grat mit dem Ziehklingenstahl oder Ziehklingengratzieher angezogen.

Der Nuthobel mit verstellbaren Anschlägen für Nuttiefe (Tiefenbegrenzung) und Nutposition (Abstand zur Kante) eignet sich zur handwerklichen Herstellung von Nuten.

Die Nutbreite kann durch auswechselbare Hobeleisen 4, 5, 7, 9, 12 und 14 mm eingestellt werden. Die Hobelsohle ist als Stahlschiene ausgeführt.

Der Falzhobel eignet sich zur handwerklichen Herstellung von Fälzen bis ca. 30 mm Breite. Mit einer Anschlagsschine aus Eisen kann die Falzbreite eingestellt werden.

Durch ein schräg eingestelltes Hobeleisen und einen Vorschneider kann auch Querholz bearbeitet werden.

Der Vorschneider durchtrennt dabei die Holzfaser und das Hobeleisen räumt den Span aus.

Mit dem Grundhobel werden Nuten ausgearbeitet (Gratverbindung) oder Flächen geebnet (Überblattung).

Die Hakenhobeleisen 10, 15, 20 mm können mit einer Flügelschraube in der Tiefe eingestellt werden. Geführt wird der Grundhobel an zwei seitlichen Handgriffen.

Mit dem Grathobel wird die Gratfeder bei der  Herstellung einer Gratverbindung angehobelt.

Er besitzt neben dem Vorschneider ein schräg gestelltes Hobeleisen für einen “ziehenden Schnitt”, sowie einen verstellbaren Eisenanschlag für die Tiefeneinstellung.

Die Hobelsohle ist 73° abgeschrägt und gibt somit den optimalen Winkel für die Gratfeder bereits vor.

Profilhobel eignen sich zum Anhobeln von komplexen Profilen ohne langwierige Einstellarbeiten und Fräserwechsel an der Tischfräsmaschine.

Diese Hobel wurden meist von den Schreinern selbst hergestellt. Das schärfen des Hobeleisens ist hier besonders schwierig und wir deshalb oft mit Feilen durchgeführt.

Sonderhobel

Simshobel eigenen sich zum Nachhobeln von Fälzen in Fenster oder Türen. Die Breite des Hobels 30 mm ist auch die Breite des Hobeleisens. Simshobel mit Einfacheisen haben einen Schnittwinkel von 47°, mit Doppeleisen einen Schnittwinkel von 50°.

Das Spanloch ist durch die verschiebbare vordere Hobelsohle einstellbar und mit einer Flügelschraube zu sichern. Das ermöglicht auch ein Einsetzen des Hobeleisens.

Mit dem Absetzsimshobel werden Fälze in Fenstern oder Türen bis in die Ecken nachgearbeitet werden.

Die Breite des Hobels 30 mm ist auch die Breite des Hobeleisens. Durch die fehlende vordere Hobelsohle ist das Hobeln mit dem Absetzsimshobel nicht so einfach, da der Hobel leicht zum Kippen neigt.

Ich empfehle deshalb so weit es geht mit dem Simshobel vorzuarbeiten und nur die Ecken mit dem Absetzsimshobel zu bearbeiten.

Mit dem kleinen Einhandhobel 150 mm kann man bequem kleine Flächen bearbeiten oder Kanten brechen. Das Hobeleisen hat eine Breite von 39 mm und lässt sich mit einer Schraube justieren.

Ich habe diesen Hobel aus Gründen der Vollständigkeit mit aufgenommen und würde jedoch stets einen Putzhobel bevorzugen.

Mit Fasenhobel können Kanten schnell händisch gebrochen bzw. Angefast werden. Oft geht es mit einem Handhobel wesentlich schneller und einfacher als mit einer Oberfräse oder Tischfräsmaschine.

Mit etwas Übung und Geschick kann man jedoch auch mit einem Putzhobel Kanten sauber abfasen und spart sich so die Investitionskosten für diesen Exoten unter den Hobeln.

Mit dem äußerst seltenen Kernkastenhobel können halbkreisförmige Hohlkehlen ausgearbeitet werden.

Die Systematik dieses Hobel beruht dabei auf dem “Satz des Thales”. Die Hobelsohle und das Einfacheisen sind deshalb rechtwinklig ausgearbeitet.

Der Rali- Hobel mit austauschbaren Wechselklingen 48 mm ist eine sehr gute Möglichkeit ohne langes Schärfen und Einstellen des Hobeleisens stets einen universellen Hobel zu haben. Die Spanabnahme lässt sich über einen kleinen Hebel einstellen, folglich eignet sich der Rali- Hobel für grobe und feine Arbeiten zugleich.

Dieser Hobel eignet sich hervorragend auf Baustellen für vielfältige und kleine Hobelarbeiten.

Während die klassischen deutschen Hobel aus Holz sind, werden in England und USA hauptsächlich Handhobel aus Gußeisen verwendet.

Für Anfänger sind diese Hobel sicher eine sehr gute Wahl, da sich die Hobel aus Metall viel leichter einstellen lassen. Wer jedoch etwas Übung und Erfahrung mit den Holzhobeln hat, kann diese ebenfalls sehr schnell und einfach mit einigen Hammerschlägen einstellen.

Fazit

Wie so oft im Leben kommt es auch bei Hobeln immer auf die persönlichen Vorlieben, Erfahrungen und den Einsatzbereich an.

Deshalb rate ich jedem Holzwerker zunächst einmal mit wenigen Hobeln zu beginnen und die Ersten Erfahrungen zu sammeln.

Ich selbst habe alle meine Hobel gebraucht von Flomärkten, aus Kleinanzeigen oder Betriebsauflösungen sehr günstig erworben.

Mit diesen oft alten Werkzeugen lässt sich nach wie vor sehr gut arbeiten und eine Menge Spaß haben, ohne den Geldbeutel arg zu strapazieren. Oft reicht es schon aus das Hobeleisen zu schärfen, die Hobelsohle abzurichten und diese etwas zu fetten.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Hobeln und beim Fertigen Eurer Projekte. Über Rückfragen, Anmerkungen etc. in den Kommentaren freue ich mich sehr.

 

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Georg Kauschinger

    Hallo und Grüß Gott! Wir haben beim aufräumen einen alten Handhobel gefunden,er ist sehr schmal und auf der Unterseite ist er rund.Niemand kann sagen was man mit ihm gemacht hat.Haben Sie für mich eine Erklärung?Wäre schön wen Sie sich melden würden,vielleicht können Sie mich aufklären.
    Mit freundlichen Grüßen-G. Kauschinger

    1. zinkenundzapfen

      Hey, bei deinem Hobel handelt es sich um einen Schrupphobel. Er dient dazu, sägeraue Bretter grob abzurichten. Durch die sehr hohe Spanabnahme ist dieser Hobel sehr schmal gebaut. Bearbeitet man die Bretter quer zur Faser mit dem Schrupphobel, spricht man von “zwerchen”. Hast du noch andere Hobel?

    2. Martin Egerer

      Hallo Georg. Beschreib Deinen Hobel bitte etwas genauer. Wenn das Hobelmesser halbrund ist, wird es ein Schrupphobel sein. Wenn der Hobelkasten halbrund ist, könnte es ein sogenannter Schiffshobel sein. Der wird meistens von Fassbindern benutzt. Dazu gibt es oben ein Bild.
      Es kommt aber auch eine eigene Produktion eins heute seltenerer Kernkastenhobel sein. Seit es (Ober-)Fräsen gibt, ist dieser Hobel nicht mehr so gebräuchlich. Normal ist die Hobelsohle für einen solchen Hobel rechtwinklig. Damit wurden halbkreisförmige Hohlkehlen hergestellt. Aber im Laufe der Handwerksgeschichte, haben Handwerker sehr oft für ihre Arbeiten eigenes Werkzeug hergestellt, das sich an einem üblichen Werkzeug orientierte.

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