Hobelbank

Wer an den klassischen Arbeitsplatz des Schreiners denkt, assoziiert damit unweigerlich die klassische Hobelbank.

Auch wenn in den letzten Jahren so manche Neuheiten und Weiterentwicklungen in den Schreinereien erfolgreich Einzug gehalten haben, ist die Hobelbank auch heute aus einem modernen Bankraum nicht wegzudenken.

Inhaltsverzeichnis

Im sogenannten Bankraum werden überwiegend Arbeiten mit Handmaschinen und Handwerkszeugen, sowie Montagearbeiten an den Hobelbänken erledigt.

Der Bankraum ist meist vom Maschinenraum abgetrennt, damit Schreiner nicht unnötig dem Maschinenlärm ausgesetzt sind. So kann im Bankraum meist ohne Gehörschutz an den Hobelbänken gearbeite werden.

Hobelbank mit Bankplatte in Buche Bankhaken

Höhe der Hobelbank

Die Hobelbank sollte in der Arbeitshöhe immer auf den jeweiligen Schreiner abgestimmt sein. Bei hängendem Arm sollte die Oberkante der Bankplatte ca. auf Höhe des Knöchels sein. Hobelbänke werden extra etwas niedriger gebaut, damit größere Menschen die Differenz mit dem Unterlegen von Kanthölzern perfekt ausgleichen können.

Dies ist ein sehr wichtiger Punkt, da stets ein möglichst ergonomisches Arbeiten angestrebt wird, um Rückenschmerzen zu vermeiden.

Höhe der Hobelbank aus Buche mit Handgelenk hängend messen

Bauteile der Hobelbank

Gestell und Bankplatte

Die Hobelbank besteht meistens aus Rotbuche. Einem einheimischen Hartholz, das sehr preiswert, fest und dauerhaft ist. Hobelbänke bestehen immer aus einem Fußgestell und einer Bankplatte, dadurch kann die insgesamt bis zu 150 kg massiv gebaute Hobelbank dennoch demontiert und transportiert werden. Die massive und stabile Bauweise der Hobelbank ist unerlässlich, da insbesondere beim Hobeln, Sägen und Stemmen oft große Kräfte entstehen.

Das Fußgestell bildet den unteren Teil der Hobelbank, auf dem die Bankplatte befestigt ist. Die Verbindungen von Gestell und Füßen werden meist mit einer klassischen Schlitz- und Zapfenverbindung ausgeführt. Diese kann maschinell sehr einfach bei der Produktion ausgeführt werden und garantiert neben hoher Stabilität auch eine äußerst hohe Langlebigkeit. Streben werden meist nur verschraubt, was das Gestell zerlegbar macht.

Die massive Bankplatte ist bis zu 65 mm stark und bildet den oberen Teil der Hobelbank und damit die Arbeitsfläche für den Schreiner. Die Bankplatte wird aus einzelnen keilgezinkten Balken verleimt. Die Keilzinkenfräsung dient dabei als Verleimhilfe bzw. zur Vergrößerung der Leimfläche, was in einer Leimfuge zu einer erhöhten Stabilität führt.

Hobelbank mit Fingerzinken aus Rotbuche am Eck

Stemmarbeiten auf der Hobelbank

Bei Stemmarbeiten oder beim Bohren auf der Hobelbank sollte stets eine Unterlage verwendet werden um die Bankplatte zu schützen!

Sollten dennoch Bohrlöcher, Kratzer etc. auf der Bankplatte sein, können diese ausgekittet und im Anschluss plangeschliffen werden.

Es empfiehlt sich die Bankplatte je nach Abnutzungserscheinungen mindestens einmal im Jahr mit Leinöl einzulassen. Nach dieser Behandlung können mögliche Leimflecken z.b. sehr einfach entfernt werden.

Banklade

Die Banklade dient als Ablage für nicht benötigtes Werkzeug während der Bearbeitung. Es sollte stets darauf geachtet werden, dass Ordnung und Sauberkeit auf der Hobelbank herrscht. Dies erleichtert die Arbeit enorm und beugt Druckstellen und Kratzern im Werkstück vor. Ein kleiner Einsatz in der Banklade erleichtert das Auskehren von Spännen enorm.

Banklade Hobelbank Späne Rotbuche Schreinerei

Vorderzange

Die Vorderzange befindet sich an der linken Vorderseite der Hobelbank. Sie dient zum waagerechten Einspannen von Werkstücken bei der Bearbeitung von Längskanten mit dem Hobel. Die Gewindespindeln lassen sich bequem mit dem Zangenschlüssel öffnen oder schließen.

Es ist stets darauf zu achten, dass die Pressflächen der Vorderzange sauber und ohne Verunreinigungen sind, damit das Werkstück beim Einspannen nicht beschädigt wird. Um Druckstellen zu verhindern können auch Einsätze aus Plattenmaterial in die Pressflächen eingeklebt werden.

Damit die Mechanik der Zangen nicht unnötig belastet wird, empfiehlt es sich das Werkstück wenn möglich mittig in der Vorderzange einzuspannen. Ist dies bei kleineren Werkstücken nicht möglich, sollte ein Abfallstück beigelegt werden, damit die Mechanik nicht „verdrückt“ wird.

 
 
Vorderzange Hobelbank

Hinterzange

Die Hinterzange befindet sich an der rechten Seite der Hobelbank. Sie dient zum senkrechten Einspannen von Werkstücken beim Besäumen oder auf Breite sägen mit der Schlitzsäge. Sägearbeiten werden grundsätzlich immer an der Hinterzange ausgeführt!

Eine weitere Bearbeitungsmöglichkeit an der Hinterzange ist das Bestoßen von Hirnholzkanten mit dem Putzhobel. Beim Einspannen sollte stets darauf geachtet werden, dass Werkstücke möglichst tief eingespannt werden, um ein federn zu verhindern.

Hinterzange einer Hobelbank mit Zangenschlüssel aus Buche

Schone deine Zangen

An einer Hobelbank sollten in Vorder- und Hinterzange ausschließlich Hölzer bzw. Holzwerkstoffe eingespannt werden. Für metallische Gegenstände empfiehlt sich ein Schraubstock mit Alubacken.

Es sollten niemals Stemmarbeiten direkt auf den Zangen ausgeführt werden. Die Hammerschläge können die Mechanik beschädigen. Stemmarbeiten deshalb immer mittig auf der Bankplatte und mit entsprechender Unterlage ausführen.

Hinterzange einer Hobelbank mit Zangenschlüssel aus Buche

Bankhaken

Bankhaken werden in die vorgebohrten Löcher gesteckt, um in Verbindung mit der Hinterzange Werkstücke direkt auf der Bankplatte zu spannen. Diese können in der Höhe eingestellt werden, eine Blattfeder verhindert das Verrutschen.

Diese können in der Höhe eingestellt werden, eine Blattfeder verhindert das Verrutschen.

Bankhaken mit Blattfeder an Hobelbank

So kann die Fläche eines eingespannten Werkstücks wunderbar mit dem Handhobel bearbeitet werden. Es ist stets darauf zu achten, dass die Bankhaken unterhalb des Werkstücks sind, damit eine flächige Bearbeitung erfolgen kann. Sollte das Werkstück schon auf Fertigmaß geschnitten sein, verhindern beigelegte Abfallstücke Druckstellen. Niemals mit dem Hammer auf die Bankhaken schlagen!

Fazit

Die Hobelbank ist auch heute noch der zentrale Arbeitsplatz des Schreiners in der Werkstatt. Um bei der Anschaffung eienr Hobelbank Kosten zu sparen, empfehle ich Euch nach einer gebrachten Hobelbank Ausschau zu halten. Diese gebrauhten Hobelbänke können mit etwas Mühe sehr gut auf Vordermann gebraucht werden.

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