Verbindung

In diesem Blogartikel lernst du Schlitz und Zapfen fachgerecht und sauber herstellen.

Darüber hinaus bekommst du weitere Informationen zur Schlitz und Zapfenverbindung Schritt zum Einfachen nachmachen der Zinkuenverbindung

Inhaltsverzeichnis

Informationen zur Schlitz- und Zapfenverbindung

Schlitz und Zapfen ist eine Rahmeneckverbindung des Schreiners zur Herstellung von Möbel- und Fensterrahmen eignet.

Die aufrechten Rahmenfriese werden geschlitzt, die waagerechten Rahmenfriese erhalten den Zapfen.

Bei stärkeren Querschnitten können Doppelzapfen gefertigt werden.

  • Vergrößerte Leimfläche durch die Schlitz- und Zapfenverbindung, folglich höhere Stabilität der Eckverbindung
  • Formschlüssige Verbindung die auch ohne Leim schon hält
  • Äußerst Dauerhafte und langlebige Holzverbindung mit gestalterischer Wirkung
  • Arbeiten des Holzes durch die Konstruktion auch möglich
  • Rahmen mit Schlitz- und Zapfen können sehr einfach rechtwinklig verleimt werden, wenn die Verbindung fahgerecht gefertigt ist.
  • Fenster können problemlos in der Rahmenpresse verleimt werden.
  • Schlitz- und Zapfenverbindung kann problemlos maschinell mit der Tischfräse hergestellt werden

Klassisch mit Handwerkzeugen wie Schreinerwinkel, Streichmaß, Gestellsägen, Japansägen, Stemmeisen und Putzhobel.

Maschinell mit Tischfräsmaschine oder Bandsäge.

  • Schlitz und Zapfen
  • Schlitz und Zapfen einseitig auf Gehrung
  • Schlitz und Zapfen mit Falz
  • Schlitz und Zapfen mit Nut
  • Schlitz und Zapfen mit Konterprofil
  • Doppelzapfenverindung

Zum Sägen der Schlitze empfehle ich die Schlitzsäge, Ryoba oder Kataba.

Beim Absetzen des Zapfens die Absetzsäge oder Dozuki.

Der Absetzriss ist das Außenmaß des fertigen Rahmens.

Durch den Absetzriss steht die Schlitz- und Zapfenverindung nach dem Verleimen etwas über und kann so sauber verputzt werden.

Jedoch müssen die Rahmenfriese deshalb immer etwas länger hergerichtet werden.

Der Lichtriss ist das “lichte Maß” zwischen den Rahmenfriesen.

Beispiel:
Ein fertiger Holzrahmen mit einer einfachen Holzbreite von 50 mm soll die Gesamtbreite von 400 mm haben.

  • Wir längen unsere Querfriese auf 410 mm ab, damit wir je Seite einen Absetzriss von 5 mm haben.
  • Danach reißen wir die Holzbreite von 50 mm beidseitig an.
  • Das lichte Maß des Rahmens ist somit 350 mm.

Die Schlitz- und Zapfenverbindung lässt sich hervorragend maschinell herstellen.

Planung:
Bereits bei der Planung berücksichtigen wir die vorhandenen Fräswerkzeuge in der Schreinerei. So wählen wir bei einer 8 mm Schlitzscheibe eine Holzstärke von 24 mm, um eine Drittelteilung zu erreichen.

Bei diesem Beispiel kann der Schlitz in einem Arbeitsgang gefräst werden, ohne die Maschine verstellen zu müssen. Selbstverständlich sind auch andere Holzstärken möglich, die allerdings ein mehrmaliges Verstellen der Tischfräsmaschine benötigen.

Herstellung:
Bei der Schlitz- und Zapfenverbindung wir immer das Schlitzteil als Erstes gefetigt, und der Zapfen angepasst. Ich empfehle bei der Maschineneinstellung unbedingt mit einem Messschieber zu arbeiten.

Danach kann das Zapfenteil mit einer Fräseinstellung hergestellt werden, dabei das Bauteil drehen.

Verleimung:
Rahmen verleimen und Rechtwinkligkeit mit den Diagonalen überprüfen. Unbedingt die Verbindung auch mit Schraubzwingen zusammenpressen.

Verputzen:
Flächen mit der Breitbandschleifmaschine schleifen und Kanten an der Kantenschleifmaschine schleifen. Alle Kanten leicht mit der Hand brechen.

Das Schlitzen der Teile kann auch mit der Bandsäge einfach hergestellt werden.

Dafür unbedingt mit einem Paralellanschlag arbeiten und ggfs. die Sägetiefe mit einer aufgespannten Leiste begrenzen.

Das Absetzen der Zapfen kann mit der Kreissäge und einem Vorsatzbrett durchgeführt werden.

Für die Befestigung von Füllungen kann die Schlitz- und Zapfenverindung auch mit einem Falz oder einer Nut gefertigt werden.

Schlitz und Zapfen mit Nut:
Dabei wird die Füllung beim Verleimen in die eingefräste Nut mit eingebaut. Ein Wechseln der Füllung ist danach nicht mehr möglich.

Schlitz- und Zapfen mit Falz:
Hier liegt die Füllung in einem gefrästen Falz und wird mit Glasleisten im Rahmen gehalten. Diese Verbindung wird jedoch anders angerissen als der hier beschriebene Schlitz und Zapfen.

  • Gedübelte Rahmenecke
  • Verschraubte Rahmenecke
  • Gefederte Rahmenecke
  • Rahmenecke mit Domino
  • Ecküberblattung
  • Stumpf auf Gehrung verleimt

Schlitz und Zapfen anreißen

Holzauswahl bei Schlitz und Zapfen

Die Hölzer werden so mit dem Schreinerdreieck zusammengezeichnet, dass die „rechte Seite“, die Kernseite des Bretts nach außen zeigt. Dies hat den Hintergrund, damit beim „Arbeiten des Holzes“ die Brüstungsfugen an der Holzverbindung Schlitz und Zapfen dauerhaft dicht bleiben.

Das Schreinerdreieck, ebenso bekannt als Ordnungszeichen, zeigt uns genau an, wie unsere Hölzer ausgearbeitet werden müssen. Es verhindert gleichwohl Fehler bei der späteren Ausarbeitung. Das Schreinerdreieck ist stets die Erste Markierung auf unseren Hölzern. Es wird mit einem spitzen Bleistift und dem Schreinerwinkel angerissen und erst nach dem Verleimen wieder abgeschliffen.

Wir fertigen in diesem Beispiel ein linkes oberes Rahmeneck. Dabei ist das linke Rahmenfreis das Schlitzstück und das obere Rahmenfreis das spätere Zapfenstück.

In diesem Zusammenhang spricht man auch davon, dass das Schlitzteil „durch geht“.

Dieser Grundsatz findet sich bei Rahmen im Möbelbau und bei Fenstern.

Schlitz und Zapfen Schreinerdreieck

Absetzriss bei Schlitz und Zapfen anreißen

Es wird an beiden Hölzern zunächst der Absetzriss angezeichnet. Dadurch steht die Verbindung nach dem Verleimen beidseitig 5 mm über und kann folglich sehr gut verputzt werden.
 

Ungenauigkeiten können so besser ausgeglichen werden und fallen nicht ins Gewicht. Diese Technik findet man auch bei anderen Holzverbindungen wie der Überblattungen.

Schlitz und Zapfen Absetzriss anzeichnen

Schlitzstück anreißen

Wir reißen am Schlitzstück die einfache Holzstärke mit Hilfe des Schreinerswinkels auf der Oberseite. Dann wird der Riss auf die beiden Kanten überwinkelt.

Danach reißen wir mit dem Streichmaß die Drittelteilung von der Dreiecksseite aus an.

Die Abfallbereiche können nun mit einem Kreuz gekennzeichnet werden.

Zapfenstück anreißen

Wir reißen am Zapfenstück die einfache Holzstärke mit Hilfe des Schreinerswinekels auf ringsherum sauber an.

Danach reißen wir mit dem Streichmaß und der selben Einstellung die Drittelteilung von der Dreiecksseite aus ebenfalls am Zapfenstück an.

Die Abfallbereiche können nun mit einem Kreuz gekennzeichnet werden

Schlitz und Zapfen ausarbeiten

Schlitzstück ausarbeiten

Das Schlitzstück mit der Ryoba sauber auf halben Riss aussägen. Dabei die Säge immer im Abfallbereich führen.
 

Anschließend das Schlitzstück mit dem Stemmeisen beidseitig ausstemmen.

 

Beim Stemmen der Ersten Seite unbedingt das Vorholz stehen lassen, damit es nach dem Umdrehen nicht federt.

 

Das Schlitzteil drehen und von der anderen Seite ausarbeiten.

Dann das Schlitzteil mit dem Stemmeisen nacharbeiten und den Nutgrund ebnen.

Zapfenstück ausarbeiten

Das Schlitzstück mit der Ryoba sauber auf halben Riss aussägen. Dabei die Säge immer im Abfallbereich führen.

Anschließend den Zapfen sauber mit der Ryoba oder Dozuki sauber absetzen. Eine aufgespannte Leiste dient als Anschlag und verhindert das Verlaufen der Säge.

Schlitz und Zapfen zusammenstecken

Jezt können wir unsere Schlitz- und Zapfenverindung zusammenstecken.
 
Sollte es noch nicht sofort zusammengehen, ist das kein Weltuntergant! Ich empfehle Euch deshalb immer am Zapfenstück nachzuarbeiten. Schließlich kommen wir dort viel besser mit dem Stemmeisen an die Flächen als im Schlitzstück.
Schlitz und Zapfen zusammenstecken
Besonders Anfängern fällt zu Beginn das “Schlitzen” sehr schwer, da sich bereits kleine Ungenauigkeiten beim Sägeschnitt nach unten fortsetzen.
 
Das Zapfenstück niemals mit großer Gewalt in den Schlitz schlagen, da sich das Holz sonst spaltet
Schlitz und Zapfen verleimen

Schlitz und Zapfen verleimen

Sobald die Schlitz- und Zapfenverbindung handfest zusamengesteckt werden kann, können wir unser Eck verleimen.

Dabei stets durch eine Schraubzwinge Druck auf die Verbindung ausüben.

Sollten Rahmen verleimt werden darüber hinaus stets die Rechtwinkligkeit mit den Diagonalen überprüfen und die Schraubzwingen nachsetzen.

Schlitz und Zapfen verleimen Schraubzwinge

Schlitz und Zapfen verputzen

Jetzt können wir unsere Holzverbindung mit dem Putzhobel verputzen oder die Überstände mit der Kantenschleifmaschine zurückschleifen.

Danach werden alle Kanten leicht gebrochen.

Fazit

Obwohl die Schlitz- und Zapfenverbindung die einfachste Rahmeneckverbindung des Tischlers ist, gehört dennoch einiges an Geschick dazu, um diese Holzverbindung sauber anzureißen und fachgerecht herzustellen.

Hast du diese Holzverbindung schon einmal versucht? Wenn du weitere Fragen oder Anreugngen hast, schreibe diese doch bitte in die Kommentare.

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